offene Friedenskirche im Advent

Leider müssen wir die Friedenskirche derzeit geschlossen lassen.

Kaum waren die Plakate und Einladungen unter die Leute gebracht, die ersten Stationen zum Thema Adventsgesichter aufgebaut, die Mitarbeitenden für die Aufsicht gefunden und die ersten wenigen Besucher gekommen, ahnten wir auch schon, dass die hohen Infektionszahlen und weitere Beschränkungen die Schließung der Kirche nötig machen würden.
„Macht hoch die Tür“ singend die Kirche zuschließen? Mit diesem Gedanken konnten
wir uns schwer anfreunden.
Pits Krippenmänner aus Rudolf Otto Wiemers Weihnachtsgeschichte, die wir mit den
Sonntagsschulkindern vor 15 Jahren aufgeführt hatten, brachte die Lösung.
Glücklicherweise waren die von Christina Schneidemesser ausgesägten Figuren den
kürzlichen Aufräumarbeiten nicht zum Opfer gefallen. Sie wurden aus dem Keller befreit und ans Licht gebracht. Und sie können sich sehen lassen, auch wenn wir bei der Marienfigur improvisieren mussten, weil sie einfach in unserem Singspiel von einem Kind dargestellt wurde.

Nun stand die Krippe am richtigen Ort, bei den Vorübergehenden, bei den staunenden
und erwartungsvollen Kindern, bei den Eiligen, bei denen, die sich schwer tun mit dem
Weg zum Einkaufen, auch bei denen, die sich über die Rolle der Kirchen in der Pandemie heftig stritten, draußen bei Tag und in der Nacht, mitten in der Welt, mitten unter uns. „Das ist schön, die Krippe vor der Tür“, schrieb eine Mitarbeiterin. Für alle Bereitschaft zur Mitarbeit und auch bei allen, die einen Blick in die Friedenskirche geworfen haben, bedanke ich mich herzlich. Besonders bedanken möchte ich mich auch bei denen, die nicht zur Gemeinde Friedenskirche gehören. Das unkomplizierte Miteinander auf dem Bezirk war ermutigend.
Dass die meisten Tüten mit Weihnachts- und Neujahrsgrüßen nicht mehr am Christbaum hängen, ist ebenso ein schönes Zeichen und macht Mut, öfter mal unsere kirchliche Arbeit von außen her zu betrachten.